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Praxisnah oder frei erfunden?

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Wie findet der angehende Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK) ein geeignetes Präsentationsthema?

Vorab: DEN Tipp dafür gibt es nicht, aber verschiedene Auffassungen.

Ich schildere jetzt mal meine Erfahrungen aus mehr als 300 Präsentationen mit denen ich bisher mehr oder weniger intensiv bei AQADA zu tun hatte.

Ich werde hier den Bereich Projekt ansprechen, da mittlerweile schätzungsweise 90% aller Präsentationen diesen Bereich betreffen. Sinngemäß gilt das natürlich auch für alle anderen Bereiche.

Vor einigen Jahren war ich noch ein Verfechter der „konservativen“ Linie und meine Empfehlung war, orientieren sie sich so nah wie möglich an einer realen Situation. Am besten an einem Projekt, an dem Sie beteiligt waren oder von dem sie was im Betrieb mitbekommen haben und sei es nur, dass sie die Folgen mehr oder weniger spüren „durften“, wie Einführung des Q.M. in der Arztpraxis.

Die Pro Argumente waren, bzw. sind:

  1. Erfahrungswerte: Ich habe da schon mal mitgemacht, ich kann mich auf eigene Erfahrungen berufen.
  2. Praxisnähe: Das Projekt ist mir noch vor Augen, das kann ich eins zu eins wiedergeben.
  3. Fasslichkeit: Die Projektergebnisse habe ich zum Greifen nah, weil ich mit denen täglich zu tun habe.
  4. Ansprechpartner: Ich habe im Betrieb einen Ansprechpartner, der in das Projekt involviert war, der gibt mir sicher Hilfestellung für meine Präsentation.
  5. Sicherheit für das Fachgespräch: Sollten Fragen zu meinem Präsentationsthema kommen, so kann mir nichts passieren, denn da bin ich mir sicher.

Also es spricht (scheinbar) alles für ein Thema, das real ist oder war.

Klingt ziemlich schlüssig, wären da nicht die Contra Argumente:

  1. Erfahrungswerte: Ist da wirklich alles gut im Projekt gelaufen, oder war es dann doch eher Learning by doing oder mehr Improvisation als Projekt?
  2. Praxisnähe: Das menschliche Gehirn ist sehr selektiv und löscht Informationen schnell wieder, die scheinbar keine Relevanz mehr haben. Habe ich also wirklich noch alles parat?
  3. Fasslichkeit: Wir wenden zwar die Ergebnisse an, aber wie es dazu gekommen ist, weiß keiner mehr so richtig.
  4. Ansprechpartner: Ist der überhaupt noch im Betrieb? Hat der auch Zeit für mich oder hat der vielleicht auch schon wieder die Hälfte vergessen?
  5. Sicherheit für das Fachgespräch: Kommen keine Fragen zu meinem Projekt, bin ich vielleicht erst recht unsicher.
  6. Aktualität: Manche Themen haben nur eine eingeschränkte Aktualität und die eigentlichen Projektergebnisse sind schon zigmal geändert worden. Beispiel (s.o.): „Einführung des Q.Ms in der Arztpraxis“: Mittlerweile wurde das Q.M. schon so oft verändert, dass vom eigentlichen Projektergebnis nicht mehr viel vorhanden ist.
  7. Echtes Leben: Habe ich überhaupt schon mal an so einem Thema mitgearbeitet?

Daher geht meine Empfehlung dahin, dass sie nur dann ein reales Thema wählen sollten, wenn SIE da wirklich „tief“ drinnen waren oder sind und wenn das Thema noch aktuell ist. Alles andere ist mäßig warmer Kaffee.

Meines Erachtens haben Sie weitere Vorteile, wenn das Thema völlig fiktiv ist.

Kommen im Fachgespräch Fragen zu ihrem Thema, dann können Sie sich in der Vorbereitung schon alle möglichen Antworten zurechtlegen. Bei einem realen Projekt, es sei denn sie haben das Projekt wirklich hautnah – am besten als Projektleiter - miterlebt, wird sie bspw. die Frage nach dem Projektbudget eventuell schon überfordern.

Oder Sie werden nach Schwierigkeiten befragt, die es bei der Teamfindung gab. Was antworten Sie denn, wenn Sie keine Schwierigkeiten hatten? Beim „fiktiven“ Projekt können sie dann was über den Herrn Tuckman erzählen.

Wenn wir bei AQADA angehende Fachwirte im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK) auf die mündliche Prüfung vorbereiten, dann üben wir alle mehr oder weniger möglichen Fragen. Und wenn jetzt dann die Frage nach dem Projektbudget kommt (fiktive Höhe 76543,21 Euro), dann antwortet ein Teilnehmer von uns: „Das setzt sich aus den Personalkosten – wir kalkulieren bei uns im Betrieb mit 76,54€ pro Stunde – und den Sachkosten in Höhe von 23232,32 Euro zusammen: Diese bestehen aus Kosten für die neuen Computer (11111,22 Euro) und die neue Software (9999,66 Euro) zusammen. Der Rest verteilt sich auf mehrere Einzelpositionen wie Lizenzen, Mäuse und Schokolade für die genervten Projektmitglieder.“

Wir können hier auf umfangreiche Erfahrungswerte zurückgreifen, da uns unsere Kunden oftmals ein Feedback geben, was sie gefragt wurden.

Mal abgesehen davon, dass bei AQADA zwei Prüfer und Korrektoren mitarbeiten und sowieso alle, die bei uns im Kundenkontakt stehen, selber Fachwirte im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK) sind.

Wie ich auf diesen Blogbeitrag komme? Ich habe heute (27.12.2017) vier Skype for Business Besprechungen zum Thema Präsentation mit Kunden von AQADA gehabt und da tauchten genau diese Fragen auf.

Und weil ich mir von den besten Präsentationen der letzten drei Jahre (92 Punkte aufwärts) die Deckblätter im Büro an die Wand hänge (sofern ich es nicht wieder vergesse), habe ich meinen neunjährigen Sohn mal alle Präsentation durchzählen lassen und von momentan 44 Präsentationen ist genau eine 100% real gewesen.

Zwei Teilnehmer haben 100 Punkte erreicht (schöne Grüße nach Thüringen an Silke K. und nach München an Sabine M.), real war keine davon……… 

Sollten Sie Fragen haben, so kontaktieren Sie mich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder buchen Sie doch gleich eines unserer Module unter https://www.aqada.de/gepruefte-fachwirte/modulvergleich-fachwirt-im-gesundheits-und-sozialwesen-ihk.html

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